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Auswandern nach Uruguay

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Kontoeröffnung und Banken in Uruguay

Geschrieben von Manfred Burger   
Erstellt: Freitag, 15. Mai 2009
Letzte Aktualisierung: Montag, 15. Februar 2010

Uruguay ist ein internationaler Finanzplatz, manche sagen auch ein Finanzparadies. Vor kurzem war das kleine Land am Río de la Plata auf der "Schwarzen Liste" der OECD für Steueroasen (s. Meldung der Tagesschau v. 23. 5. 2009).

Hier operieren viele internationale Banken, wobei nicht wenige keinen Schalterverkehr für Kleinkunden und normale Einleger haben, sondern mit ihren Repräsentationsbüros, z.T. extraterritorial in einer der Freihandelszonen gelegen, nur, Sie wissen schon, für die Großkopfeten da sind.

Das Haus Rothschild, Merrill Lynch, die Deutsche Bank & Co. sind praktisch alle hier präsent, und sie werden schon wissen, warum.

Die vollständige Liste aller in Uruguay aktiven Banken und Geldinstitute kann auf der Homepage der uruguayischen Zentralbank eingesehen werden.

Die Staatsbank BROU: Die einfachste Option

Privatpersonen empfehlen wir zur Eröffnung eines Kontos die uruguayische Staatsbank "Banco República" (BROU), da hier...

  • ...die Eröffnung eines Kontos am einfachsten ist und nichts kostet
  • ...das Geld am sichersten ist (Staatsbank; bevor die pleite geht, machen alle anderen dicht)
  • ...die Kontoführungsgebühren am niedrigsten sind (je nach Einlage zwischen 1 und 5 USD x Monat, ab 500 USD bzw. EUR im Monatsdurchschnitt gebührenfrei)

Zur Eröffnung eines Kontos im Banco República benötigt man zwei Personaldokumente: einen gültigen Reisepaß plus einen Personalausweis (aus D, A, CH, UY oder einem anderen Land) oder einen internationalen oder uruguayischen Führerschein. Man kann problemlos Konten in Euros, Dollars und natürlich auch Pesos führen und bekommt das Geld in der Währung des Kontos ausgezahlt. Die Mindesteinlage für die Eröffnung eines Devisenkontos beträgt 200,- EUR bzw. USD.

Der Banco República hat Filialen im ganzen Land und im benachbarten Ausland (Buenos Aires und São Paulo), außerdem in New York. Die Zentrale befindet sich in der Altstadt von Montevideo in der Calle Cerrito 450. Telefonische Auskünfte erhalten Sie unter der Nummer 1996.

Das Hauptgebäude der uruguayischen Staatsbank 'Banco de la República Oriental del Uruguay (BROU)' in der Altstadt von Montevideo.

(Zur Bildvergößerung bitte hier klicken.)

Foto: Das Hauptgebäude der uruguayischen Staatsbank "Banco de la República Oriental del Uruguay (BROU)" in der Altstadt von Montevideo.

Die prunkvolle Schalterhalle mit ihren Marmorsäulen, Marmorplatten, Torbögen, Mosaiken und Goldverzierungen läßt den ungeheuren früheren Reichtum der "Schweiz Amerikas" erahnen.

Kontoeröffnung bei einer Privatbank

Wenn Sie bei einer der Privatbanken ein Devisenkonto eröffnen wollen, sind -zusätzlich zu den für die BROU erwähnten- bei den meisten Geldhäusern folgende Mindest-Requisiten zwingend nötig (manche Banken können noch mehr verlangen):

  • eine Mindesteinlage zwischen 20.000 und 50.000 USD oder Euro
  • ein Empfehlungsschreiben Ihrer Hausbank;
  • ein notarielles Zertifikat über die Herkunft Ihrer Gelder (womit Sie Ihr Geld verdienen, Erbschaft oder was immer);
  • zwei oder drei lokale Referenzpersonen, die Sie kennen und empfehlen müssen.

Sollte dieses Zertifikat von einem nicht-uruguayischen Notar ausgestellt sein, muß es von dem für den Ausstellungsort zuständigen uruguayischen Konsulat überbeglaubigt und von der Konsularabteilung des Außenministeriums in Montevideo legalisiert sein.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Bei der Privatbank Bandes kann man schon mit 500 USD / EUR ein Konto eröffnen, beim Banco Santander, der mit Abstand größten Privatbank in Uruguay, mit 1.000 USD / EUR, während bei der Citibank mindestens 100.000 Mäuse deponiert werden müssen.

Bankgeheimnis und Nummernkonten

Das Bankgeheimnis ist in Uruguay besser geschützt als etwa in der Schweiz, Luxembourg etc., und so soll es nach einer kürzlich erfolgten Erklärung von Staatspräsident Vázquez auch weiterhin bleiben. Einsicht in Bankkonten kann hier nur ein Richter in einem bereits laufenden Verfahren nehmen.

Anonyme Nummernkonten kann man bei Banken in einer Freihandelszone führen.

Geldautomaten und Kreditkarten

An Geldautomaten bekommt man vom BROU und jeder anderen Bank uruguayische Pesos oder US-Dollars ausbezahlt. Um Geld von einem Eurokonto zu erhalten, muß man zur Bank gehen.

Mit Ihrer BROU-Karte können Sie von Ihren uruguayischen Konten täglich max. 10.000 Pesos bzw. 1.000 USD ziehen. Das Gleiche gilt für Privatbanken.

Mit einer ec-Karte können Sie an den hiesigen Geldautomaten maximal 1.000 uruguayische Pesos oder 100 USD ziehen. Auch für internationale Kreditkarten gibt es starke Begrenzungen. Sie können natürlich mehrmals hintereinander Geld abheben, wobei jedoch für jede Transaktion die entsprechenden Gebühren fällig werden.

Verantwortlich für dieses Malheur sind nicht die uruguayischen Banken, sondern die Kreditkartenfirmen, die auf diese Art mehr verdienen wollen.

Geheimtipp: Bestimmte Kreditkarten-Verkäufer bieten Verträge an, mit denen man gebührenfrei im Ausland Geld ziehen kann.

Online-Banking

Internet- oder Online-Banking gibt es in Uruguay nur eingeschränkt - natürlich nicht deswegen, weil dies hier technisch nicht möglich wäre, sondern weil es die uruguayische Zentralbank so bestimmt.

Online kann man bei allen uruguayischen Banken nur seinen Kontostand und die Kontobewegungen einsehen sowie Überweisungen innerhalb derselben Bank (und im selben Land) vornehmen. D.h. man kann von seinem Rechner aus nicht zu einer anderen Bank oder in's Ausland überweisen. Dazu muß man persönlich zur Bank gehen.

Restriktionen zum Schutz vor Geldwäsche

Wenn Sie in einer Wechselstube mehr als 3.000 USD oder einen äquivalenten Betrag in einer anderen Währung umtauschen oder sich über Western Union oder ein ähnliches Unternehmen eine höhere als die genannte Summe schicken lassen oder versenden, müssen Sie eine formlose Erklärung über Herkunft und Verwendungszweck des Geldes abgeben.

Wenn auf Ihrem uruguayischen Konto eine Überweisung von mehr als 10.000 USD oder ein äquivalenter Betrag in einer anderen Währung eintrifft, kann es vorkommen, daß die Hausbank der überweisenden Person oder Firma eine Erklärung abgeben muß, daß diese Person / Firma bei der Bank bekannt ist und die Gelder legal sind, und Sie als Empfänger müssen eidesstattlich erklären, wofür die Gelder bestimmt sind.

Das kann Ihnen im Prinzip schon bei Beträgen ab 3.000 USD passieren und hängt von der Politik des Leiters der jeweiligen Bankfiliale ab. Wenn Sie ein Konto eröffnen, sollten Sie das zuvor abklären und sich gegf. eine andere Filiale des Geldinstituts suchen.

Wenn Sie selbst sich von einem ausländischen Konto einen entsprechenden Betrag auf Ihr Konto in Uruguay überweisen, müssen Sie bei der uruguayischen Bank einen Auszug Ihres ausländischen Kontos vorlegen, aus dem die betreffende Überweisung hervorgeht, und eine eidesstattliche Erklärung über den Verwendungszweck des Geldes abgeben. Den erwähnten Kontoauszug können Sie auch aus dem Internet ausdrucken.

Wenn Überweisungen von einem bestimmten Auslandskonto mehrmals vorkommen, muß dieses Procedere i.d.R. nur beim ersten Mal durchgeführt werden. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Man braucht nicht extra zu erwähnen, daß durch diese Maßnahmen die großen Geldwäscher nicht an ihrem Tun gehindert werden. Es trifft wieder mal nur die einfachen Leute, die dadurch mehr Umstände haben.

Kein IBAN & BLZ

IBAN und Bankleitzahlen gibt es in Uruguay nicht. Hier sind nur BIC / Swift-Code und ABA-Code üblich.


Stand: 15. Mai 2009.


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