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Auswandern nach Uruguay

Auswandern nach Uruguay

Berlin: Mittwoch 14.11.18 19:30 | Montevideo: Mittwoch 14.11.18 15:30

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Entführung in Lateinamerika ein Millionengeschäft

Geschrieben von Martin   
Erstellt: Sonntag, 24. Februar 2008
Dramatisch: Pro Jahr „verdienen“ Entführer mindestens 1.5 Milliarden Dollar jährlich (Auszug: El País)
Die Rinderzüchterin Carolina Restrepo wurde nach fünf Jahren freigelassen, nachdem ihre Familie 162.000 Dollar an die Ejército de Liberatión National de Colombia zahlte. „Ihr müsst den Krieg finanzieren“, war die lapidare Aussage der Entführer. Viele der tausend Entführungen in Lateinamerika kommen gar nicht erst ans Tageslicht, gezahlt wird aber trotzdem. Das ganze System funktioniert über ein undurchsichtiges Bankennetz, in dem auch die Polizei mit involviert ist, besonders in den Staaten Mexiko, Brasilien, Argentinien, Venezuela und Ecuador.
Vielfach verlieren die Opfer ihr Leben oder werden verst
ümmelt, um den Geldforderungen Nachdruck zu verleihen. Vor allem die wirtschaftliche und politische Instabilität in einigen lateinamerikanischen Staaten, sowie die Schwäche des Rechtsstaates und die immense Armut tragen dazu bei, dass viele ausländische Unternehmen sich scheuen in die Länder zu investieren. Ein grosses Problem und einen hohen Kostenfaktor stellt dabei die Sicherheit der Angestellten bei der Überlegung.
Viele der Führungskräfte lehnen es schlichtweg ab in den gefährlichen Grossstädten einiger Länder zu wohnen. Ein Anwalt eines multinationalen Konsortiums, dem eine Stelle in Mexiko City angetragen wurde lehnte es wegen seiner beiden jugendlichen Söhnen ab, die besser bezahlte Stelle anzutreten. Mehr als 50 % der bekannten Entführungsfälle weltweit, mit einem „Umsatz“ von mehr als 1,5  Milliarden Dollar, passieren in Lateinamerika, geschätzte 7500 Fälle pro Jahr. Zwischen den Jahren 1996 und 2007 starben 1285 Personen in Gefangenschaft. Es wird dabei mit grosser Brutalität bei den Abläufen vorgegangen, was auf eine geringe Hemmschwelle zurückzuführen ist. Die Symphatisanten und aktiven Mitglieder der Guerillagruppen werden zumeist aus den unteren sozialen Schichten rekrutiert, wo der tägliche Kampf ums Überleben mit aller Härte durchgeführt wird. Gedeckt wird das ganze System durch eine uneffiziente und korrupte Polizei. Berichten zufolge sahen schon einige der Opfer bei der Geldübergabe Polizeiwagen in den Nähe. Es kam sogar schon vor, dass der Beamte den Geldempfang bei der Übergabe selbst durchführte.
In Mexiko wurden im vergangenen Jahr 438  Entführungsfälle von längerer  Dauer angezeigt. Die Behörden gehen aber davon aus, dass auf einen bekannten Fall mindestens drei unentdeckte Fälle kommen. Es ist schwer die Daten genau zu beziffern, die durch Entführungsindustrie in Lateinamerika jährlich umgesetzt werden.
Allein Caracas wird allabendlich beim Sonnenuntergang zu einer gefährlichen Falle. Mit mindestens einer Entführung täglich rechnen die Behörden.
In Uruguay gab es acht Entführungsfälle in dem letzten Jahrzehnt
Der letzte bekannte Fall liegt allerdings schon knappe vier Jahre zurück. Dabei sollte eine knappe halbe Million Dollar gezahlt werden, doch ging die ganze Sache schief, der Entführer sah keinen Peso und stellte sich schliesslich.
Die „Expressvariante“
Dies ist die gängigste Entführungsmethode in Lateinamerika. Sie dauert meist nur eine Tag und es wird selten mehr als 5000 Dollar von den Entführern verlangt. Allein in Sao Paolo rechnet man mit 500 Fällen monatlich. Die Opfer werden dabei an Ampeln aus ihren Autos gezerrt, oder sie werden im Kino entführt. Bei jeder alltäglichen Routinebewegung ausserhalb der vier Wände muss man damit rechnen entführt zu werden.
Die Rangliste:
Kolumbien 4000 Entführungen jährlich
Mexiko 3000          „                      „
Argentinien 2000   „                      „
Brasilien 1000        „                      „
In Argentinien ist die „Expressvariante“ eine wahre Geisel und die „,maldita policía“ hat viel damit zu tun.
Ein argentinischer Lehrer schildert das so: „Ich habe die Leitung eines Colegios in Buenos Aires angenommen. Nach kurzer Zeit erschien dann ein Polizist des Barrios bei mir, der mich um eine freiwillige Spende bittete. Ich habe abgelehnt. Ein paar Tage später wurde meine neunjährige Tochter entführt, um sie freizubekommen musste ich alles verkaufen, Apartment, Auto usw. Jetzt lebe ich bei meiner Schwägerin.“

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