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Auswandern nach Uruguay

Auswandern nach Uruguay

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Himmelblau oder dollargrün? Die uruguayischen Fußballerseelen...

Geschrieben von Manfred Burger   
Erstellt: Freitag, 9. Juli 2010

Bild: Der Tanz um's Goldene Kalb. Fußball bewegt die Emotionen von Millionen von Menschen... und Milliarden von Euros bzw. Dollars - eine Binsenweisheit, die bei einer Fußball-Weltmeisterschaft gerne in Vergessenheit gerät.

Bei einer WM scheint es um das Sein oder Nicht-Sein ganzer Nationen zu gehen. Doch während Otto Normalverbraucher um seine Nationalflagge tanzt, tanzen die Macher und Protagonisten des Megaevents um's Goldene Kalb.

Bild: Der Tanz um's Goldene Kalb.

FIFA-Geldregen

Allein die FIFA bezahlt für Südafrika 2010 insgesamt 400 Millionen US-Dollar an Prämien, das sind sage und schreibe 61% mehr als für Deutschland 2006! Verteilt wird das Geld in erster Linie an die Fußballverbände der teilnehmenden Länder, die Clubs, von denen die Spieler kommen, sowie an die vier Erstplatzierten des Weltcups.

Die Clubs erhalten 1.600 USD pro Tag pro Spieler, beginnend 15 Tage vor dem Anpfiff der Weltmeisterschaft bis einschl. einen Tag nach Ausscheiden der Mannschaft des Spielers. 30 Millionen USD wird der Titelgewinner bzw. dessen Fußballverband erhalten, 24 Mio. USD der Vizeweltmeister, 20 Mio. USD der Bronzegewinner und 18 Mio. USD der Viertplatzierte (s. ESPN Deportes v. 3. 12. 2009).

18 "Palos verdes" haben also die Asociación Uruguaya de Fútbol (AUF) bzw. der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schon mal sicher in der Tasche. (Ein "Palo verde" bedeutet umgangssprachlich "eine Million US-Dollar".) Davon werden auch die Spieler ein ordentliches Sümmchen bekommen, einmal abgesehen von so einer Kleinigkeit wie daß jeder uruguayische Nationalspieler von der AUF 500 USD Taschengeld pro Tag bekam für eigentlich nichts und wieder nichts, denn in Südafrika entstanden den Kickern ja keine nennenswerten Auslagen. Transport, Kost und Logis usw. hatten sie ja frei.

Himmelblau oder dollargrün?

Daran, daß es Schweinsteiger, Klose, Lahm, Özil, Podolski, Friedrich, Mertesacker, Boateng undsoweiter undsofort und deren Clubs in erster Linie um Geld geht, zweifelt niemand ernsthaft. Das Gleiche gilt auch für Puyol, Villa, Torres, Alonso, Ramos und Kollegen. Es gilt für die Niederländer, die Argentinier, die Brasilianer und alle anderen.

Soll Uruguay da eine Ausnahme sein? Hier will jeder noch "himmelblauer" sein als der andere. Alle großen Firmen treten als Sponsoren der Nationalelf auf, von der staatlichen Handyfirma ANCEL bis Coca-Cola, von der Versicherungsgesellschaft BSE bis zur Biermarke Pilsen, vom VW-Repräsenten Lestido bis zum Fleisch- und Wurstwarenhersteller Schneck, von Hinz bis Kunz bzw. von Fulano bis Mengano, wie man hier sagen würde.

Diego Forlán hat rechtzeitig vor WM-Beginn seine selbst erzählte Biographie in Buchform fertig gestellt. "El Loco" Abreu ist das Werbegesicht von ANCEL und plaudert in einem Commercial mit der Attitude eines "Muchacho von nebenan" davon, daß nicht er "verrückt" ("loco") sei, sondern daß sein "Volk", sein "Pueblo" mindestens genauso "loco" sei wie er und jedes Mal mit ihm zusammen auf dem Spielfeld sei. Luis Suárez ist in holländischen Werbespots zu sehen...

Und wer von den Spielern bisher noch kein Buch zusammengestellt und kein Werbeengagement bekommen hat, versucht diesen Zustand schleunigst zu ändern!

Torschützenkönige... in Spanien und den Niederlanden!

Uruguay kann in seiner Fußball-Nationalmannschaft auf zwei der allerbesten Torjäger Europas zählen: Diego Forlán und Luis Suárez, zweifacher Torschützenkönig der spanischen Liga der Erste, amtierender Torschützenkönig der niederländischen Liga der Andere.

Die meisten der uruguayischen Nationalkicker spielen nicht in einem Verein ihres Landes, sondern bei einem der Top-Vereine Europas oder eines anderen südamerikanischen Landes. Und wer bis jetzt noch keinen Vertrag im Ausland hat, bemüht sich darum einen zu bekommen, denn in ihrem Heimatland verdienen uruguayische Profifußballer nur wenig (s. Uruguay-Magazin v. 28. 1. 2010)...

Diego Forlán (31) hat von seinen 13 Jahren als Fußballprofi nur ein Jahr in Uruguay gespielt. Seine Karriere begann er 1997 im Club Atlético Peñarol. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei Danubio wechselte er schon 1998 in die argentinische Liga zum Club Atlético Independiente.

2002 unterschrieb der stürmische Blondschopf dann für 6,9 Millionen Pfund einen Vertrag bei Manchester United, mit dem er in seiner ersten Saison 2002/03 den englischen Meistertitel holte.

2004 wechselte Forlán zum FC Villarreal in die spanische Liga. Mit 25 Toren in 38 Spielen wurde er in der Saison 2004/05 spanischer Torschützenkönig und gewann den Goldenen Schuh als bester Torjäger Europas (zusammen mit Thierry Henry).

Im Sommer 2007 ging Forlán für 21 Millionen Euro zu Atlético Madrid, wo er bis heute unter Vertrag steht. In der Saison 2008/09 wurde er mit 32 Toren erneut spanischer Torschützenkönig und sicherte sich zum zweiten Mal den Goldenen Schuh.

Und dann gibt es Uruguayer, die denken Forlán sei "von Peñarol", weil er dort vor 13 Jahren angefangen hat...

Im Falle von Sebastián Abreu (33) sieht es nicht viel anders aus. Der Publikumsliebling hat bisher in 17 Vereinen gespielt, verteilt auf sieben Länder: Uruguay, Argentinien, Spanien, Brasilien, Mexiko, Israel und Griechenland. Von seinen bisher 16 Jahren als Profifußballer hat er vielleicht fünf in uruguayischen Vereinen verbracht, wenn es hoch kommt.

Sein Debut hatte der Stürmer 1994 bei Defensor Sporting, derzeit ist er beim brasilianischen Club Botafogo unter Vertrag.

Auch für den viel jüngeren Luis Suárez (23) gilt im Prinzip Dasselbe. Seinen Einstand als Profifußballer hatte er vor fünf Jahren im notorischen Club Nacional de Football. Doch schon für die Saison 2007/08 wechselte der feurige Stürmer für 7,5 Mio. Euro zu Ajax Amsterdam, wo er bis heute spielt und wo er Torschützenkönig der niederländischen Liga wurde!

Weitere Beispiele:

Der junge Torhüter Fernando Muslera, während der WM 24 geworden: Sein Debut als Profi hatte er 2004 bei Montevideo Wanderers. Seit 2007 steht er für die römische SS Lazio im Tor.

Mannschaftskapitän Diego Lugano (29): Debut 1999 beim Club Nacional de Football. Im Ausland seit 2003, seit 2006 beim türkischen Fenerbahçe S. K.

Maximiliano Pereira (26): Debut 2002 bei Defensor Sporting. Seit 2003 beim portugiesischen Benfica.

Diego Pérez (30): Debut 1999 bei Defensor Sporting. Seit 2004 beim französischen AS Monaco.

Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen...

Shakira und die Sponsoren

Auch Shakira und den Sponsoren der Fußball-WM und der Nationalmannschaften geht es nur um den Sport - und keinesfalls um die grünen Dollars, oder um Euros, Gold, oder was immer ;)

Video: Shakiras "Waka Waka", der offizielle FIFA-2010-WM-Song!

Ein brasilianischer Astrologe will kürzlich herausgefunden haben, daß die schöne kolumbianische Sängerin mit ihren Hüftbewegungen in diesem Lied keinen Geringeren als Satan invoziert! Sigmund Freud und die Heilige Inquisition lassen grüßen...


Weiterführende Beiträge zum Thema in diesem Uruguay-Magazin:


Bild: Logo der Fifa-Fußballweltmeisterschaft Südafrika 2010.

 


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