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Auswandern nach Uruguay

Auswandern nach Uruguay

Berlin: Mittwoch 14.11.18 19:29 | Montevideo: Mittwoch 14.11.18 15:29

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Wahlkampf in Uruguay: Schlammschlachten auf der Zielgeraden

Geschrieben von Manfred Burger   
Erstellt: Donnerstag, 5. November 2009

Spitzenpolitiker der Blancos und vor allem der Colorados haben in den letzten Tagen jede Zurückhaltung abgelegt und eine unglaubliche Schlammschlacht gegen José "Pepe" Mujica losgetreten, den aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten des Frente Amplio bei der zweiten Wahlrunde am 29. November.

Dabei scheinen sie nicht zu merken, daß die einzigen, denen sie damit schaden, sie selbst und ihre Parteien sind.

Nachdem er sich schon häufig mit mit Anti-Mujica-Äußerungen hervorgetan hatte ("kein Colorado kann Mujica wählen" usw.), setzte der zweimalige Ex-Präsident (1985-1990 und 1995-2000) der Colorados, Julio María Sanguinetti, gestern noch einen drauf: Die Colorados hätten mit dem Militärputsch Anfang der 70er Jahre überhaupt nichts zu tun. Die einzige putschistische Organisation im Land seien die Tupamaros gewesen, bei denen José Mujica eine führende Rolle spielte.

Bei soviel amnesischer Geschichtsklitterung fragten sich der eine oder andere Frente-Amplio-Politiker öffentlich, ob der 73jährige Sanguinetti jetzt aus Altersgründen den Verstand verloren habe?

Heute legte sein Parteigenosse, der 82jährige Ex-Präsident (2000-2005) Jorge Luis Batlle, nach und brachte die Tupamaros und damit Mujica in Verbindung mit einem Waffenlager, das vor wenigen Tagen von der Polizei in Montevideo ausgehoben worden war (ca. 700 schwere Waffen, möglicherweise aus Militärbeständen; die Hintergründe sind noch unklar).

In einem Interview mit Radio M24 kommentierte Mujica diese Entgleisungen mit der Äußerung: "Die Stunde der Schlammschlachten ist gekommen." Und wahrscheinlich gibt es für den ein oder anderen Verbalkraftmeier noch ein juristisches Nachspiel.

Mit solchen Ausfällen (es könnten noch viel mehr zitiert werden, aber wozu?) zeigen die Altvorderen der traditionellen Parteien ihr wahres Gesicht. Und dagegen haben die Leute hier schon 2004 gestimmt. Und sie werden es auch 2009 tun.

Quellen: El País v. 20. 9. 2009, El País v. 1. 11. 2009, El Observador v. 5. 11. 2009, El Observador v. 5. 11. 2009, El Observador v. 5. 11. 2009.


Weiterführende Links in diesem Magazin:

 

Manfred Burger, 5. 11. 2009

 


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