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Auswandern nach Uruguay

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Millionenschiebereien in der Marine: Knast für den Ex-Oberbefehlshaber und andere Offiziere

Geschrieben von Manfred Burger   
Erstellt: Mittwoch, 25. August 2010

Foto: Die Strafrichterin Graciela Gatti, Montevideo, Uruguay.Sie hatten Phantasie-Einkäufe getätigt und damit Staatsgelder in die eigenen Taschen gewirtschaftet. Jetzt schickte die auf organisiertes Verbrechen spezialisierte Strafrichterin, Graciela Gatti, den ehemaligen Oberbefehlshaber der uruguayischen Marine und weitere hohe Offiziere dafür in den Knast - ein historisches Urteil in der 200jährigen Geschichte der uruguayischen Seestreitkräfte (s. El País v. 21. 8. 2010).

Foto: Die mutige Montevideaner Strafrichterin Graciela Gatti. Sie hat z.B. auch den Prozeß gegen den Ex-Diktator Juan María Bordaberry geführt (s. Uruguay-Magazin v. 20. 2. 2010).

Während der Dienstzeit von Vizeadmiral Juan Heber Fernández Maggio als Marine-Oberbefehlshaber (Feb. 2006 - Feb. 2010) gab es in dieser Teilstreitkraft erhebliche Betrugsmanöver, die nun zur Inhaftierung von Fernández und zwei weiteren Marineoffizieren führten (s. El País v. 21. 8. 2010).

Kriminelles Komplott auf höchster Ebene

Dabei handelt es sich nur um den Abschluß eines ersten Gerichtsverfahrens (s.u.). In mehreren anderen Fällen wird noch ermittelt, und es kommen immer neue an's Tageslicht (s. El País v. 24. 8. 2010). Betroffen sind mindestens sechs weitere hohe Marineoffiziere (außer denjenigen, gegen die nun das erste Urteil gefällt wurde), darunter auch der Leutnant zur See Ernesto Menafra, ein Neffe des Fernández-Nachfolgers Konteradmiral Óscar P. Debali de Pallejader.

Angesichts dieser Situation hatte Debali nach nur kurzer Amtszeit als Marine-Oberbefehlshaber seinen Rücktritt eingereicht (s. El País v. 11. 8. 2010)...

Ähnliche Ermittliungen finden außerdem auch statt gegen die dem Verteidigungsministerium unterstellte militärische Gesundheitsbehörde (Dirección Nacional de Sanidad de las Fuerzas Armadas).

Das erste Urteil

In dem konkreten Fall, der mit der Urteilsverkündung am 20. August endete, war es um zwei fiktive Einkäufe im Jahr 2008 gegangen. Für rund 600.000 USD waren angeblich eine Testeinrichtung für Motoren und ein hydraulischer Hebekran erworben worden.

An dieser Operation beteiligt waren der Oberbefehlshaber Fernández sowie die Marine-Offiziere Gerardo Feble (Ex-Leiter der Logistikabteilung), Pablo Da Costa (Ex-Mitglied der Materialabteilung) und Danilo Damonte (Ex-Leiter der Haushaltsabteilung).

Letzterer hatte sich der Staatsanwaltschaft, vertreten durch Mónica Ferrero, als Informant zur Verfügung gestellt. Deswegen erhielt er als vereinbarte Gegenleistung für seine Kooperation nur Hausarrest, während die anderen Offiziere mit Gefängnis bestraft wurden. Außerdem wurde gegen die Verurteilten ein Embargo in Höhe des entstandenen Schadens verhängt.

Ein weiterer Angeklagter, der Leiter des Versorgungsamts Alberto Márquez, wurde freigesprochen, da seine Unterschrift auf einem der belastenden Dokumente gefälscht worden war, wie eine graphologische Untersuchung zweifelsfrei ergab (s. El País v. 21. 8. 2010).

 


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