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Auswandern nach Uruguay

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Candombe-Fest in Montevideo

Geschrieben von Manfred Burger   
Erstellt: Samstag, 4. Dezember 2010

Foto: Candombe-Tänzerin in Montevideo, Uruguay.Gestern wurde in Uruguay der "Nationale Tag des Candombe" gefeiert, wie es sich gehört. Die Aktivitäten gipfelten in einer farbenprächtigen Parade ("Desfile de las Llamadas") auf Montevideos Haupt-Avenida des 18. Juli. Die über 30 teilnehmenden Candombe-Gruppierungen ("Comparsas") brachten das Zentrum der Hauptstadt mit das Denkvermögen pralysierenden Rhythmen und viel nackter Haut zum Erbeben.

Foto: Vorsicht, heiß! Uruguayische Candombe-Bailarina.

Der Candombe ist eine uruguayische Erfindung und neben José ArtigasYerba MateFußballCarlos Gardel und Tango eines der Schlüsselelemente hiesiger Identität. Die afrikanischen Wurzeln dieser Tanzpantomime sind zwar immer noch spür- und sichtbar, doch hat der Candombe schon lange alle gesellschaftlichen Schichten Uruguays erobert. Heute bemüht sich sogar die Prominenz aus Wirtschaft, Showbusiness und Politik darum einmal in einer Comparsa mitmarschieren und einen Tambor schlagen zu dürfen.

Früher verboten - heute der Stolz einer Nation

Vielen gilt der Candombe als die authentischste uruguayische Kunst- und Kulturform schlechthin. Er existiert ausschließlich im städtischen Milieu und ist -im Gegensatz etwa zur Gaucho-Folklore, die mehr der Vergangenheit als der Gegenwart angehört- sehr lebendig.

Seine Geschichte in Uruguay reicht über 200 Jahre zurück, bis zu den Anfängen der Sklaverei hierzulande. Zu diesen Zeiten war der Candombe jedoch bei den Würdenträgern der Gesellschaft verpönt (wie es 100 Jahre später auch mit dem Tango geschah). Und das sollte für lange Zeit so bleiben. Aktenkundig ist, daß bereits 1808 von der weißen Bevölkerung Montevideos gefordert wurde, die "Tangos" (= "Tänze") der Schwarzen zu verbieten, da sie ein Verstoß gegen die 'guten Sitten' seien.

Am 30. September 2009 wurde der Candombe, zusammen mit dem Tango, von der UNESCO zum "Kulturerbe der Menschheit" erklärt (s. El Espectador  v. 30. 9. 2009). (Mehr zum Candombe hier.)

Nationaler Gedenk- und Festtag

Genau gesagt ist der 3. Dezember der "Nationale Tag des Candombe, der afro-uruguayischen Kultur und der rassischen Gleichberechtigung" ("Día Nacional del Candombe, la Cultura Afrouruguaya y la Equidad Racial"), festgelegt durch das Gesetz 18.059 vom 28. November 2006. Das Datum wurde gewählt, weil am 3. Dezember 1978 das Conventillo "Medio Mundo" im Barrio Sur von Montevideo gewaltsam von bewaffneten Kräften der damaligen Militärdiktatur geräumt wurde. ("Conventillo" wird in der Rio-de-la-Plata-Region ein Behausungskomplex für arme Leute genannt. Das "Medio Mundo" mit seinen 54 Zimmern galt als Epizentrum der Candombe-Szene.)

Volles Programm

Nicht nur gestern war hier Candombe angesagt (sogar im Parlament!). Die Aktivitäten dauern vom 2. bis zum 18. Dezember. Hier das Programm.

Video: Hier eine Fernsehaufzeichnung des Auftritts der Comparsa "Generación Lubola" während des Karnevals 2009 ("Desfile de las Llamadas"). Beim Anblick der Primaballerina ("Vedette") der Gruppe, Berta Slepovich, stockt den Männern in der Regel der Atem. Im Zivilberuf ist die Dame Lehrerin in Maldonado. Wer möchte da nicht gerne noch einmal zur Schule gehen?


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