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Auswandern nach Uruguay

Auswandern nach Uruguay

Berlin: Sonntag 22.07.18 10:52 | Montevideo: Sonntag 22.07.18 05:52

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US-Regierungsdokumente beweisen Manipulation der uruguayischen Wahlen von 1971

Geschrieben von Manfred Burger   
Erstellt: Samstag, 22. August 2009

"Blancos" und Frente Amplio, die damalige Opposition, hatten es schon immer gesagt: Die uruguayischen Präsidentschaftswahlen vom 28. 11. 1971 waren manipuliert worden.

"Die Stimmen wurden so lange gezählt, bis Bordaberry Sieger war", sagt der Volksmund (hier mehr zu den uruguayischen Wahlen von 1971).

Juan María Bordaberry war der "Colorado"-Kandidat, der wenig später der Machtübernahme der Militärs Tür und Tor öffnete.

Geheime Uruguay-bezogene Dokumente der US-Regierung aus dieser Zeit, die bereits hätten deklassifiziert und im "Foreign Relations of the United States"-Report (FRUS) veröffentlicht werden müssen, werden nach wie vor zurückgehalten. Der FRUS-Bericht über die Lateinamerikapolitik der Nixon-Regierung umfaßt alle Länder der Region - mit Ausnahme Uruguays.

Das spricht Bände. Aber einige offizielle Informationen und Regierungsdokumente sind doch schon durchgesickert.

Das US State Department und die uruguayische Geschichte

Unter der Überschift "State Department ändert Eintrag über uruguayische Geschichte" schrieb Steven Aftergood am 4. August 2009 in Secrecy News:

(Frei aus dem Englischen übersetzt; das englische Original können Sie bei Secrecy News nachlesen.)

"In den frühen 70ern plante die Nixon-Administration in die uruguayischen Präsidentschaftswahlen einzugreifen, um den Aufstieg der linksgerichteten Frente-Amplio-Koalition zu stoppen. Aber als das State Department seine offizielle Version der US-Beziehungen mit Lateinamerika während der Nixon-Ära letzten Monat veröffentlichte (deklassifizierte Dokumente), wurden derartige Aktivitäten überhaupt nicht erwähnt. Stattdessen behauptete die Geschichtsabteilung des US-Außenministeriums Uruguay-bezogene Daten hätten wegen "Platzproblemen" nicht auf der FRUS-Webseite publiziert werden können. Auf wiederholte Nachfragen änderte die Geschichtsabteilung schließlich letzte Woche ihre Haltung und sagte sie würde Uruguay-bezogene Dokumente in ihre Nixon-Geschichte aufnehmen.

Die USA sollten "offen und verdeckt" arbeiten, um die politische Anziehungskraft des Frente Amplio zu schwächen und dessen Chancen, die Präsidentschaftswahlen zu gewinnen, zu minimieren, riet eines der bereits deklassifizierten Dokumente von 1971. Mehrere wichtige Dokumente dieser turbulenten Periode waren 2002 vom National Security Archive zusammengestellt worden, darunter z.B. das mit dem Titel “Nixon: ‘Brasilien half die uruguayischen Wahlen zu manipulieren’, 1971″, editiert von Carlos Osorio.

In der Zwischenzeit zogen mehrere Guerrilla-Organisationen, die die Regierungen verschiedener lateinamerikanischer Länder bewaffnet bedrohten, die besorgte Aufmerksamkeit von US-Geheimdienstoffizieren auf sich. Ganz besonders taten dies die uruguayischen Tupamaros, die 1970 einen US-AID-Funktionär töteten. “Sie hatten einen spektakulären und schnellen Anstieg ihrer Popularität in den letzten Jahren”, bestätigte eine CIA-Analyse von 1971 mit dem Titel “Die lateinamerikanische Guerrilla heute”.

Doch nichts davon fand Eingang in den neuen FRUS-Report. Auch eine Presseerklärung vom 10. Juli 2009 des State Departments über den neuen FRUS und die auswärtigen Beziehungen der USA zu den anderen amerikanischen Staaten zwischen 1969 und 1972 erwähnte praktisch jedes lateinamerikanische Land - mit Ausnahme Uruguays. Im Vorwort des neuen FRUS war die bemerkenswerte Behauptung zu lesen: “Wegen Platzproblemen werden Beziehungen mit… Uruguay… hier nicht berücksichtigt.” Diese Aussage ist äußerst seltsam, da die neue FRUS-Ausgabe nur online publiziert wurde, nicht gedruckt, so daß "Platzprobleme" eigentlich nicht in's Gewicht fallen können.

Durch die Auslassung der ziemlich intensiven US-Politik in bezug auf Uruguay hat die letzte FRUS-Ausgabe nicht nur schlecht Geschichte geschrieben, sondern auch gegen geltendes Recht verstoßen, das fordert, daß die FRUS-Berichte “vollständig, genau und zuverläßig” sein müssen.

Das State Department hat ein halbes Dutzend Anfragen nicht beantwortet, die im Verlauf von zwei Wochen an dieses gerichtet wurden und Aufklärung darüber verlangten, warum Uruguay aus dem FRUS ausgeklammert wurde bzw. um welche Art von "Platzproblemen" es sich handle. Nur das Geschichtsberater-Komitee des Außenministeriums antwortete und sagte, man wisse nichts darüber.

In einer E-mail vom 30. Juli schrieb dann der Chefherausgeber des FRUS, Dr. William B. McAllister: “Wir haben das Vorwort geändert. Das sollte die Situation klären.” In dem geänderten FRUS-Vorwort heißt es nun, daß ein Kapitel über Uruguay "hinzugefügt werden wird" im weiteren Verlauf des Deklassifizierungsprozesses. Auch das Inhaltsverzeichnis enthält nun einen Platzhalter für Uruguay (wie man hier sehen kann). Es wird jedoch nichts darüber gesagt welche Dokumente zur Deklassifizierung anstehen und wann diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Heute ist das Frente-Amplio-Bündnis, dessen Erstarken die Nixon-Administration so alarmiert hatte, in Uruguay an der Regierung."

Kommentar von Ralph, 30. August 2009:




Hihihi, wie geduldig Papier doch ist.

Der natürliche Menschenverstand beweist die Manipulation der US-Präsidentschaftswahlen von 2001,
dazu muss keiner - 38 Jahre später - Regierungsdokumente ausgraben...

Kommentar von Manfred, 1 September 2009:

Hi Ralph,

ich finde es trotzdem interessant, wenn man das schwarz auf weiss nachlesen kann.

=MaBu=

Kommentar von kuraq, 25 November 2009:

in diesem Zusammenhang:




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