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Auswandern nach Uruguay

Auswandern nach Uruguay

Berlin: Donnerstag 24.05.18 04:31 | Montevideo: Mittwoch 23.05.18 23:31

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Das erste Kabinett Tabaré Vázquez

Geschrieben von Manfred Burger   
Erstellt: Montag, 10. August 2009

Personen und Namen sind manchmal auch Programm. Das trifft zumindest auf das erste Kabinett von Tabaré Vázquez zu, das am 1. März 2005 die Arbeit aufnahm und bis zur Kabinettsumbildung vom 1. März 2008, als sechs Minister ausgetauscht wurden, im Wesentlichen auch in dieser Konstellation verblieb.

In diesem Beitrag werden die Mitglieder der ersten Frente-Amplio-Regierung kurz vorgestellt.

Die Mitglieder der ersten Regierung von Tabaré Vázquez (Frente Amplio)

(In Klammern die spanischen Bezeichnungen der Ministerien bzw. der Herkunftsparteien oder Bündnisse.)

Einige Erläuterungen: "Encuentro Progresista" ist ein von Tabaré Vázquez selbst in's Leben gerufenes Parteienbündnis. "Asamblea Uruguay" ist die Parteiströmung von Danilo Astori. "MPP" ist die politische Partei der Tupamaros, der ehemaligen Stadtguerilla, die mit Abstand die meisten Frente-Amplio-Stimmen auf sich vereinigt.)

  • Präsident: Dr. Tabaré Ramón Vázquez Rosas (Encuentro Progresista)
    • Erster Sekretär: Gonzalo Fernández (Partido Socialista)
    • Zweiter Sekretär: Jorge Vázquez (Partido Socialista, Bruder des Präsidenten)
  • Vizepräsident und Vorsitzender des Senats: Rodolfo Nin Novoa (Encuentro Progresista)
 
  • Wirtschafts- und Finanzminister (Economia y Finanzas): Danilo Astori (Asamblea Uruguay), Stellvertreter: Mario Bergara (Seregnista)
  • Landwirtschaftsminister (Ganaderia, Agricultura y Pesca): José Mujica (MPP), Stellvertreter: Ernesto Agazzi (MPP)
  • Industrieminister (Industria, Energía y Minería): Jorge Lepra (unabhängig; Ex-Manager der Texaco), Stellvertreter: Martín Ponce de León (Vertiente Artiguista)
  • Arbeitsminister (Trabajo): Eduardo Bonomi (MPP), Stellvertreter: Jorge Bruni (Asamblea Uruguay)
  • Sozialministerin (Desarrollo y Participación Social): Marina Arismendi (Partido Comunista), Stellvertreterin: Ana Olivera (Partido Comunista)
  • Innenminister (Interior): José Díaz (Partido Socialista), Stellvertreter: Juan Faroppa (unabhängig)
  • Außenminister (Relaciones Exteriores): Reinaldo Gargano (Partido Socialista), Stellvertreterin: Belela Herrera (Seregnista)
  • Verteidigunsminisgterin (Defensa Nacional): Azucena Berrutti (Partido Socialista), Stellvertreter: José Bayardi (Vertiente Artiguista)
  • Gesundheitsministerin (Salud Pública): María Julia Muñoz (Vertiente Artiguista), Stellvertreter: Miguel Fernández Galeano (PVP)
  • Verkehrs- und Bauminister (Transporte y Obras Públicas): Victor Rossi (Alianza Progresista), Stellvertreter: Luis Lazo (Alianza Progresista)
  • Turismusminister (Turismo y Deporte): Héctor Lescano (PDC/Alianza Progresista), Stellvertreter: Alberto Prandi (unabhängig; Direktionsmitglied der Maklervereinigung von Punta del Este)
  • Wohnungsbau- und Umweltminister (Vivienda, Ordenamiento Territorial y Medio Ambiente): Mariano Arana (Architekt; Vertiente Artiguista), Stellvertreter: Jaime Igorra (Asamblea Uruguay)
  • Kultusminister (Educacion y Cultura): Jorge Brovetto (Frente Amplio), Stellvertreter: Felipe Michelini (Nuevo Espacio)

Acht der Minister und ihrer Stellvertreter waren Funktionäre der Stadtverwaltung von Montevideo: Azucena Berruti, Víctor Rossi, María Julia Muñoz, Jaime Igorra, Luis Lazo, Miguel Fernández Galeano, Martín Ponce de León und Mariano Arana, bis zu seinem Amtsantritt Bürgermeister (Intendente) der Hauptstadt.

Andere sind bewährte politische Führer verschiedener Parteien und Strömungen, die sich durch ihre Kompetenz ausgezeichnet haben:

  • Jorge Brovetto, Ex-Rektor der staatlichen Universität (Universidad de la República), ist Präsident des Frente Amplio
  • José Mujica, Führer der Tupamaros (MPP)
  • Danilo Astori, Vorsitzender von Asamblea Uruguay
  • Marina Arismendi, Generalsekretärin der Kommunistischen Partei (Democracia Avanzada)
  • Reinaldo Gargano, Generalsekretär der Sozialistischen Partei (Espacio 90), aus der Tabaré Vázquez stammt
  • Héctor Lescano führt die uruguayische CDU (Partido Demócrata Cristiano)
  • und Felipe Michelini ist die Nummer Zwei der liberalen Partei Nuevo Espacio.

Auch José Bayardi, Ernesto Agazzi, José Díaz, Eduardo Bonomi und Victor Rossi sind politische Führer verschiedener Gruppierungen des Regierungsbündnisses.

Unabhängige / parteilose Fachleute sind:

  • Jorge Lepra, bis vor kurzem führender Manager der Texaco in Uruguay und Paraguay, der lt. eigenen Aussagen nie irgendwelche Beziehungen zum Frente Amplio hatte
  • Juan Faroppa, Dozent am Lehrstuhl für Menschenrechte der juristischen Fakultät und Berater der Unicef und anderer internationaler Organisationen für die Themen Menschenrechte und Bürgerschutz
  • und Alberto Prandi, Direktionsmitglied der Maklervereinigung des Seebads Punta del Este.

Praktisch all diese Berufungen sind zugleich auch Programm:

  • Ein erfolgreicher Manager, Jorge Lepra, als Industrieminister (strategisches Regierungsprojekt: Uruguay soll wieder ein Industriestandort werden)
  • Eine engagierte soziale Aktivistin, Marina Arismendi, als Sozialministerin  (strategisches Regierungsprojekt: Hilfe für die Ärmsten)
  • Eine Menschenrechtlerin und ehrenamtliche Anwältin hunderter politischer Gefangener der Diktatur, Azucena Berrutti, als Verteidigungsministerin und damit oberste Befehlshaberin der Streitkräfte  (strategisches Regierungsprojekt: Aussöhnung der Gesellschaft und Aufklärung der Schicksale der "Verschwundenen")
  • Ein (nicht nur) unter Bauern geschätzter Mann, José Mujica, als Landwirtschaftminister  (strategisches Regierungsprojekt: den Verschuldungskreislauf der Kleinbauern stoppen und die landwirtschaftliche Produktion stimulieren)
  • Ein Menschenrechtler und Dozent der Juristischen Fakultät, Juan Faroppa, als Vize-Innenminister  (strategisches Regierungsprojekt: Demokratisierung der Polizei und Umwandlung von einer repressiven in eine bürgernahe Schutztruppe)
  • Ein Architekt, Städteplaner und bewährter Ex-Bürgermeister von Montevideo, Mariano Arana, als Wohnungsbau- und Umweltminister
  • Ein ehemaliger Universitätsrektor, Jorge Brovetto, als Kultusminister
  • etc. etc.


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