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Auswandern nach Uruguay

Auswandern nach Uruguay

Berlin: Samstag 15.12.18 13:13 | Montevideo: Samstag 15.12.18 09:13

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Gesundheitswesen und Krankenversicherungen in Uruguay

Geschrieben von Manfred Burger   
Erstellt: Sonntag, 9. August 2009

Die medizinische Versorgung in Uruguay ist auch gemessen an europäischen Standards sehr gut oder sogar besser.

Montevideo gilt als die Stadt mit der größten Ärztedichte der Welt, und das scheint nicht übertrieben zu sein. Apotheken gibt es an fast jeder Ecke. Notarztwagen müssen innerhalb weniger Minuten am Einsatzort sein. Ähnliches gilt auch für das Landesinnere.

In Uruguay werden auch schwierige Operationen gut und routinemäßig durchgeführt (z.B. Herzoperationen, Organtransplantationen). Die weltweit erste erfolgreiche Implantation eines Herzschrittmachers war am 3. Februar 1960 in Uruguay vorgenommen worden, in einer Klinik des CASMU (s.u.), und zwar von Dr. Orestes Fiandra und Dr. Roberto Rubio. Das öffentliche Gesundheitswesen ist kostenlos, aber es ist ratsam eine private Kranken- und Notfallversicherung abzuschließen.

Das Krankenversicherungssystem ist ähnlich aufgebaut wie in Spanien. Man hat in der Regel keinen Hausarzt, sondern eine Krankenkasse (span. "Mutualista"), in der eine Reihe von Ärzten und Fachärzten arbeiten, unter denen man sich seine Favoriten aussuchen kann. Die Mutualistas verfügen auch über ihre eigenen Kliniken und Notdienste.

Die Versorgung beinhaltet alles, was der Arzt anordnet, auch Klinikaufenthalte, Zahnreparaturen plus eine Notfallversicherung (der Krankenwagen muß innerhalb von 5 Minuten am Einsatzort sein). Mutualistas sind also keine Krankenkassen, wie man sie etwa in Deutschland kennt. Sie sind vielmehr medizinische Privatunternehmen, die ihre eigene medizinische Infrastruktur haben.

Eine private Mutualista kostet pro Monat für einen Erwachsenen um die 45,- € (in Worten: fünfundvierzig), Notfallversicherung inklusive. Ältere Menschen bezahlen ein bischen mehr. (Ein Umzug nach Uruguay lohnt sich also rein finanziell schon wegen der Krankenversicherung.) Die Praxisgebühr beträgt ca. 5 €, die Rezeptgebühr in der Apotheke liegt bei maximal ebenfalls etwa 5 € pro Medikament. Was darüberhinaus geht, übernimmt die Kasse. Außerdem kann man hier viele Medikamente rezeptfrei erhalten, die in Europa rezeptpflichtig sind.

Für bestimmte Behandlungen (z.B. Röntgen, Zahn ziehen etc.) fallen nach Tabelle jeweils eine bestimmte Anzahl von "Ordenes" an. Eine Auslandskrankenversicherung für 90 Tage gibt es für ca. 500 Pesos (ca. 16 Euro), bei einer kompletten Abdeckung bis 10.000 USD! Diese drei Monate kann man auch auf mehrere Reisen verteilen. Wer sich länger im Ausland aufhalten will, muß die Gebühr nochmal zahlen. (D.h. wer z.B. den Sommer in Deutschland verbringen will, muß deswegen nicht seine deutsche KV weiter bezahlen und ist trotzdem versichert.)

Das öffentliche Gesundheitswesen ("Salud Pública") ist kostenlos, aber davon sollte man sich nach Möglichkeit fern halten, da die staatlichen Kliniken leider wegen Geldmangel schlecht ausgestattet sind und das medizinische Personal schlecht bezahlt wird, was eine entsprechend geringe Motivation zur Folge hat.

Empfehlenswerte Mutualistas sind z.B.:

  • Médica Uruguaya, Dank einer effizienten Geschäftspolitik und guter medizinischer Dienstleistungen mittlerweise die größte private uruguayische Mutualista, mit über 300.000 Versicherten.
  • Asociación Española, die älteste und eine der größten privaten Mutualistas in Uruguay, ebenfalls empfehlenswert.
  • CASMU, die Mutualista des Verbandes der Ärzte und Gesundheitsarbeiter und ebenfalls eine der größten Uruguays.
  • Hospital Británico (British Hospital), gilt vielen als die beste Klinik Uruguays, mit modernsten Geräten ausgestattet. Sollten Sie sich in Montevideo niederlassen, ist das "British" möglicherweise die richtige Wahl für Sie.
  • IMPASA, eine Mutualista für betuchte Leute.
  • Circulo Católico
  • Hospital Evangélico

CASMU, die Médica Uruguaya und die Asociación Española gibt es teilweise auch im Landesinneren, die übrigen sind vorwiegend bzw. ausschließlich in Montevideo vertreten. Im Landesinneren gibt es ortsansässige Mutualistas.

Sie sollten sich auf jeden Fall gut informieren und Leistungs- /Preisvergleiche anstellen, bevor Sie irgendwo Mitglied werden. Die oben angegebenen Tarife sind Richtwerte, wobei es von Mutualista zu Mutualista Unterschiede gibt.


Weitere Beiträge zu den Themen "Auswandern / Einwandern" und "Leben in Uruguay" in diesem Magazin:

 

Frage von robless, Juni 2009:

Hallo,

ich werde im Oktober nach Uruguay auswandern. Die ersten ein bis zweiMonate will ich dort intensiv spanisch lernen und im Anschluss mir dortArbeit suchen.
Nun stellt sich für mich die Frage, wie ich mich für die Zeit, in derich nicht arbeite krankenversichern soll und was es für Möglichkeitengibt, wenn man in Uruguay arbeitet.
Was für ein Krankenversicherungssystem gibt es in Uruguay? Gibt es dorteine versicherungspflicht? Gibt es dort gesetzliche und privateVersicherungen?

Gruß

Rob 

Antwort von =MaBu=, Juni 2009:

Hallo Rob,

es gibt hier die staatliche und kostenlose Gesundheitsversorgung("Salud Pública") sowie medizinische Privatunternehmen ("Mutualistas"),die ich nicht "Krankenversicherungen" nennen will, weil sie etwasAnderes und mehr sind als das. (Das System ist ähnlich wie in Spanien.)

Von der "Salud Pública" sollte man sich so fern wie möglich halten. Esmag hier zwar guter Wille vorhanden sein, aber es fehlt hinten undvorne an Geld und Ressourcen. Das medizinische Personal wird sehrschlecht bezahlt und ist dementsprechend schlecht motiviert. Dieöffentlichen Kliniken erinnern mehr an Notlazarette als an moderneKrankenhäuser. Mit der Information, daß in der wichtigsten Klinik von"Salud Pública", der Universitätsklinik "Hospital de Clínicas"zerbrochene Fensterscheiben monate- oder jahrelang nicht ersetztwerden, wie jeder sehen kann, der auf der Avenida Italia daran vorbeifährt, ist schon alles gesagt in bezug auf den Zustand des öffentlichenGesundheitswesens.

Die guten privaten "Mutualistas" sind eine völlig andere Welt: modern,medizinisch auf dem neuesten Stand und dennoch bezahlbar. Für rund 40Euro pro Monat kann man sich hier versichern lassen,Notfallversicherung inklusive. Ärztlich angeordnete Klinikaufenthalteund Operationen sind zu 100% abgedeckt. Wenn man Arztbesuche macht, mußman eine Praxisgebühr von rund 5 Euro bezahlen (in manchen Mutualistasauch gar nichts), bei Überweisungen zu einem Facharzt ein wenig mehr.Verschriebene Medikamente bekommt man gegen eine Rezeptgebühr vonebenfalls ca. 5 Euro. Den 'Rest' übernimmt die Mutualista.

Man kann sich privat bei der Mutualista seiner Wahl versichern, undauch wenn man irgendwo arbeitet. (In diesem Fall muß die Firma einenTeil der Beiträge übernehmen.)

Merke: Man hat hier keinen Hausarzt, sondern eine Mutualista. Wenn maneinen Doktor konsultieren will, geht man in die nächstgelegene"Policlínica" seiner Mutualista (oder in die "Policlínica" seinerWahl), wo die von der Mutualista unter Vertrag gehaltenen Ärzte ihreSprechstunden abhalten (siehe Aushänge). Wenn man während derSprechstunden seines Wunsch-Doktors hingeht, bekommt man es mit diesemzu tun, und ansonsten halt mit dem Arzt oder der Ärztin, der/die geradeDienst schiebt.

Man kann auch entsprechende Termine machen. Und man kann sich natürlichauch die private Telefonnummer seines Wunscharztes oder Ärztin gebenlassen. Dann bekommt man sozusagen durch die Hintertür doch noch soetwas wie einen Hausarzt. Diese Dienstleistungen werden dann abernatürlich privat abgerechnet und sind nicht durch die Monatsbeiträgefür die Mutualista gedeckt.

Bei Notfällen kommen die Doctores und/oder Notfallsanitäter der Mutualistas natürlich auch in's Haus.

Ich habe mit Ärzten jeder Couleur Gott sei Dank nur wenig Erfahrung - und ich hoffe, daß das auch so bleibt!

Frage von robless, Juni 2009:

Hola Manfred,

danke für deine Erläuterungen. Nun habe ich einen guten Überblick über das uruguayische Gesundheitssystem.
Wenn ich mich bei einer Mutualista versichern lasse, bin ich denn dann auch im Ausland versichert? Also bin ich beispielsweise wenn ich als Urlauber in Deutschland bin dann auch Krankenversichert, kann dort zum Arzt gehen und kann die Kosten mit der Mutualista abrechnen?

Saludos

Rob 

Antwort von =MaBu=, Juni 2009:

Hallo Rob,

wenn Du als Mitglied einer uruguayischen Mutualista in's Ausland reist, mußt Du bei Deiner Mutualista für die entsprechende Reise eine Auslands-KV beantragen.


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