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Auswandern nach Uruguay

Auswandern nach Uruguay

Berlin: Donnerstag 24.05.18 04:23 | Montevideo: Mittwoch 23.05.18 23:23

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Ein Verbrechen aus Leidenschaft das Alemanía (Deutschland) bewegte

Geschrieben von Martin   
Erstellt: Freitag, 21. September 2007
Camino Cafayate, Ruta 68 ca.120 km von Salta, an der Brücke Morales. Hier weist ein Schild auf Alemanía, ein Örtchen, das seit 60 Jahren langsam zu einer Geisterstadt wird. (Auszug: El Tribuno) Alemanía ist gewöhnlich ein sehr ruhiges, stilles Dorf, in dem ein paar Menschen leben, die normalerweise keiner Fliege etwas zu Leide tun. Die ehemalige Geschäftigkeit verschwand schon in den sechziger Jahren. Kneipen und Restaurants sind schon seit Jahren geschlossen, Ruhe und Einsamkeit liegt in den Strassen und manchmal hört man noch im Wind ein rostiges Gattertor träge anschlagen.

Nichtsdestotrotz sprudelte dieser kleine Ort einst von Leben und hier beginnt in der Mitte der fünfziger Jahre die Geschichte, die eine verliebte Mittvierzigerin auslöste.

Der Ort liegt an der Bahntrasse C-13 und das kleine Zentrum war damals voll von geschäftigem Treiben. Die Menschen kamen aus Tolombón, Cafayate, Animaná, San Carlos und Angastoco, um von hier aus nach der Provinzhauptstadt Salta weiterzureisen. Die Eisenbahn und diese Zeit machten Alemanía reich. Zahlreiche Geschäfte boten ihre landwirtschaftlichen Waren an und einer der Bauern, der sie belieferte war Atanasio Carpanchay, ein kleiner stiller Mann. Er war ein typischer Alemaneño oder Alemanisto und der Reichtum des Ortes ermöglichte es ihm einige Hektar Land zu pachten, um Gemüse anzubauen und ein paar Rinder zu züchten. Bald darauf gründete er eine Familie mit Eduarda Armella, einer Frau von grosser Statur und schönem Teint, die einen starken Charakter besass, man sagt, dass sie Expertin im Umgang mit dem Lasso war.

Mit der Zeit füllte sich der Haushalt. Es kamen ein Junge und ein Mädchen aber auch die Unstimmigkeiten. Den grössten Teil trafen allerdings das “Männchen”, wie man den Ehemann im Ort zu rufen pflegte.

Eines Tages wollte sich die Familie aufmachen zum alljährlichen Dorffest nach Talampa, um neben dem Vergnügen auch noch ein bisschen Gemüse zu verkaufen. Als der Zeitpunkt des Aufbruchs gekommen war machte sich Atanasio auf den Weg um den Esel von der Weide zu holen, während seine Familie ihn zu Hause erwartete. Nach einer geraumen Zeit des Wartens ging Eduarda los, um ihren Mann zu suchen. Stunden später kehrte die Frau völlig konsterniert ins Haus zurück, um ihren Kindern mitzuteilen, dass sie ihren Mann nicht gefunden habe.Trotzdem befahl sie ihren Kindern sich auf dend Weg zu machen, während sie hier weiter auf ihren Mann warten wolle. Man werde sie dann später unterwegs einholen. Eduarda machte sich dann auf zur nächsten Polizeistation, um eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Sofort wude eine Suchaktion in der näheren Umgebung eingeleitet. Am nächsten Tag fand man die Leiche mit Schädelverletzungen, was die Polizei zu der Annahme veranlasste, dass Anatasio vom Esel gefallen sein musste oder einen Tritt erhalten hatte.

Die Tatsachen brachte man dem Kommisar von Guachipas, Rudolfo Herrero zu Gehör, damals einer der fähigsten Beamten in der Umgebung von Salta.

Kurz darauf erschien Herrero persönlich am Tatort, um sich mit der Situation vertraut zu machen. Nach einer intensiven Untersuchung der Unglücksstelle stellte der Spezialist schnell fest, dass hier kein Unfall passiert war und ordnete eine gerichtsmedizinische Untersuchung an. Der Gerichtsmediziner stellte fest, dass der Tod nicht durch die Schädelverletzungen eingetreten sei, sondern, dass das Opfer stranguliert wurde.

Herrero machte sich daraufhin an die Nachforschungen. Familienmitglieder und Nachbarn wurden befragt, später auch die Bewohner, die etwas entfernter wohnten. Ihm wurde bald klar, dass die Ehefrau einen starken Charakter besass, nach seiner Meinung einen zu starken. Sie hatte ihren Ehemann nicht nur herumkommandiert, sondern ihn auch völlig eingeschüchtert.

Die intensiven Verhöre der Ehefrau trugen dann auch bald Früchte und die Frau gab zu seit längerem eine Liäson mit einem 15 Jahre jüngeren Mann gehabt zu haben und, dass sie selbst die Tat geplant und ausgeführt hatte.

So erfuhr man, dass sie sich ihrem Mann hinterhermachte, als der losging, um den Esel zu holen, dort in den Feldern schlug sie ihm dann mit einer Keule an den Kopf, so dass er von dem Esel fiel und ohne Zeit zu verlieren erwürgte sie in dann mit dem Lasso.

Der Kommissar hatte bei seinen Befragungen herausgefunden, dass Eduarda schon einmal versucht hatte ihren Mann zu erwürgen, aber durch das Eingreifen einiger Nachbarn daran gehindert wurde.

Heute nach so vielen Jahren und trotz, dass sich der Ort fast in eine Geisterstadt verwandelt hat, in dem kein Mensch einer Fliege was zu Leide tut, erinnern sich die Übriggebliebenen noch ganz genau an die Ereignisse von damals und das Verbrechen wird wohl noch eine Zeit ein Gesprächsthema unter den Einheimischen bleiben.


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