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Auswandern nach Uruguay

Auswandern nach Uruguay

Berlin: Mittwoch 19.09.18 04:07 | Montevideo: Dienstag 18.09.18 23:07

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Das Río de la Plata Becken und seine Umwelt

Geschrieben von Martin   
Erstellt: Donnerstag, 28. Juni 2007

Die Umwelt hat gewöhnlich keine Grenzen, aber man schenkt ihr auch selten die entsprechende Aufmerksamkeit. Weltweit werden sogenannte ´´Protokolle´´ erarbeitet, die die Staaten, welche die grössten Umweltverschmutzer sind, weder erfüllen noch unterzeichnen. Ähnlich verhält es sich auch mit den Anrainerstaaten internationaler Flüsse.

Auzugsweise Übersetzung aus: La República

Das Plata Becken, das geformt wird durch den Río Uruguay und den Río Paraná, deren Zuflüsse in Brasilien, Paraguay, Argentinien, Uruguay und Bolivien entspringen, kann man getrost als eines der reichsten Gebiete der Erde bezeichnen. Trotzdem gibt es fast gar keine Studien und Abkommen zwischen den beteiligten Regierungen über die Art, den Schutz und die Nutzung des Beckens.

Der Río Uruguay gehört zu drei Staaten und er entspringt in Brasilien in der Sierra ´´Do mar´´ in der Nähe des Atlantischen Ozeans. Er verläuft bis zur Mündung des Río Peripí Guazú als Grenze zwischen Río Grande do Sur und Santa Catalina , von wo er bis zum Río Cuareim als Grenze zwischen Argentinien und Brasilien fungiert. Von dort aus weiter bis zur ´´Pirámide de Solís´´ stellt er die Grenze zwischen Uruguay und Argentinien dar, wo er dann riesige Ausmasse erreicht , wenn er in den Río de la Plata mündet.

Der Río Paraná entspringt und zieht sich vom Inneren Brasiliens zu dem ´´Salto del Guairá´´, wo er die Grenze zwischen Paraguay und Brasilien bildet bis zum Río Iguazú. Von hier bis zur Mündung des Río Paraguay ist er die Grenze zwischen Argentinien und Paraguay. Ab dem Zusammenfluss durchzieht er argentinisches Gebiet, wobei er u. a. den Río Salado aufnimmt, bis er gegenüber von Nueva Palmira Teile seiner Wassermassen in den Río Uruguay abgibt, doch der grösste Teil der Wassermengen ergiesst sich in den Río de la Plata.

Aus Brasilien bringen der Río Paraná sowie der Río Uruguay enorme Mengen an Sedimenten und Abfällen mit, wobei der Río Paraguay und seine Zuflüsse und der Río Pilcomayo, der eine Grenze zwischen Paraguay und Argentinien bildet und in Bolivien entspringt, wie auch der Río Bermejo aus Argentinien, für weiteren Müll sorgen.

Der Río Paraná entspringt in Brasilien und formt die Grenze im Gebiet des ´´Gran Pantanal´´ mit Bolivien, danach dringt er in Puerto Caballo in Paraguay ein, wo bis zum Río Apa die Grenze mit Brasilien bildet, danach stellt er bis zur Mündung in den Río Paraná die Grenze mit Argentinien dar. Alle Sedimentablagerungen und Verunreinigungen kommen aus den Fabriken, Häfen und Industriegebieten , die die Flüsse passieren. Zusätzlich fehlt auf der argentinischen Seite des Plata Beckens am Unterlauf die notwendige Festigkeit . Während auf der argentinischen Seite ein riesiges Wassermeer ein von zahllosen Inseln durchsetztes Delta gebildet hat, weist die uruguayische Seite breite Sandstrände mit Hügeln und Cerros auf.

Das grösste Umweltproblem stellt Buenos Aires und sein Hafen dar ,wo täglich 4000 t Fekalien ungeklärt in den Río de la Plata laufen und das Gewässer mit Kupfer, Zink, Blei, Quecksilber, Arsen, Pestiziden und Herbiziden und anderen Schadstoffen verseucht. Unkalkulierbar sind auch die Schäden der unterirdischen Wasserreservoirs, die durch den Hafen und den Arroyo ´´Riachuela´´, einer wahren Kloake, verursacht werden. Brasilien beginnt mit der Verschmutzung des Río Paraná am Oberlauf und am Unterlauf stört es die Argentinier nicht in der Nähe von Buenos Aires in San Pedro die Zelluloseanlage ´´Papel Prensa´´ zu betreiben, welche das Papier für die Tageszeitung ´´Clarin´´ liefert. Hier treffen nun die ökonomisch-ökologischen Interessen aufeinander. Die Vermutung liegt nahe ,dass Greenpeace, welche die Anlage ohne zu murren akzeptiert, sowie weitere Umweltschutzgruppen und einige Provinzpolitiker von der Fabrik finanziert werden. Die Anlage wurde ohne jegliche Kontrolle während der Militärdiktatur errichtet. Am Oberlauf des Río Paraná stehen weitere veraltete Zelluloseanlagen, die die Städte Encarnacíon und Posadas sowie den See des Kraftwerks von Yacyretó ständig verunreinigen. Auch Paraguay hat schon Klage eingereicht, niemand hat damals gefragt, als mittels chilenischer Pensionsfonds auf Veranlassung des argentinischen Ex –Präsidenten Menem die Anlagen gebaut wurden.

Es ist wohl an der Zeit das sich die Regierungen mit der Integration der Flüsse in die jeweilige Politik ernsthaft befassen. So muss auch die uruguayische Regierung die Argentinier überzeugen ,dass sie die im Bau befindliche Zelluloseanlage mit der notwendigen Verantwortung und den internationalen Sicherheitsstandarts betreiben wird. Desweiteren wäre es vielleicht auch von Vorteil eine übergeordnete Kontrollstelle einzurichten, die das Plata Becken vor Missbrauch dauerhaft schützt.

Kommentar von Ralph, am 30. Juni 2007:

Cooler Artikel.
Bezüglich Zellulosefabrik kann ich nur 100% auf der Seite von Uruguay stehen. 


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