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Auswandern nach Uruguay

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Argentinien: Wasserkraftwerke unsicher

Geschrieben von Martin   
Erstellt: Samstag, 4. August 2007
Argentinien könnte sich bald grössten Problemen gegenüber stehen sehen, falls das Land nicht bereit ist ein einheitliches Gesetz zur Sicherheit der Wasserkraftwerke zu verabschieden, meinen Experten. (Auszug: IPS) Mehr als 500 Dämme von Wasserkraftwerken brachen seit Mitte des 20. Jahrhunderts weltweit. In Argentinien mangelt es vor allem an Geldmitteln zur Instandhaltung der Kraftwerke und Koordinationsschwierigkeiten zwischen den Verantwortlichen, desweiteren stellt die Überalterung der Kraftwerke, die vor 1970 erbaut wurden ein grosses Problem dar. Experten sagen aus, dass der grösste Teil der Kraftwerke Jahre hinter den üblichen Sicherheitsstandards zurückliegt. Die Übergabe der Wasserkraftwerke in private Hände, gemeinsam mit dem Mangel an Verantwortung der Regulierungsgremien, führen zu einer tiefen Zerrissenheit zwischen den Parteien.

“Die Menschen verstehen, dass Kernkraftwerke sicher sein müssen, haben aber Probleme damit dies auch von dem Sicherheitsniveau der Wasserkraftwerke zu verlangen. Falls eines der Kraftwerke brechen sollte, könnte das schwerste Konsequenzen haben, die auf Jahrzehnte hinaus nicht zu bereinigen wären. Massenhaft Tote, riesige Wertverluste an Umwelt und Material, das wären die unabdingbaren Folgen,” so der Direktor der Organisation für Sicherheit der Wasserkraftwerke (Orsep).

Orsep wurde 1999 gegründet, mit dem Zweck die privatisierten Kraftwerke zu kontrollieren, die ca. 30 % aller Werke des Landes darstellen. Ein grosses Problem sind die gesetzlichen Hürden , die es den Vertretern von Orsep nicht erlauben sich in die inneren Angelegenheiten der Provinzen einzumischen. Man hat daher jetzt versucht Übereinkommen mit verschiedenen Departements zu schliessen, die es wenigstens ermöglichen technische Assistenz zu gewährleisten.

Argentinien verfügt über 100 Wasserkraftwerke, nichts im Vergleich zu den USA, in denen es über 40 000 gibt, aber viele sind mehr oder weniger Relikte aus den “glorreichen Zeiten”, denn nur die Hälfte wird zur Stromerzeugung genutzt. Ein Beispiel ist das Werk Yacyretá am Río Paraná, welches mit 2 Milliarden $ veranschlagt war und am Ende mehr als 10 Milliarden $ kostete.

Seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts brachen weltweit 500 Dämme u.a. in Indien (Panshet 1961), wo es 4000 Tote gab. In Italien 1963 am Vaiont fordete ein ähnliches Unglück 2600 Opfer und in Brasilien am Oros 1960 über 1000 Menschenleben. In Argentinien brach im Jahr 2000 eine Mauer am Werk Anillaco, dabei liefen zwischen 500-900 Millionen Liter Wasser aus. Zum Glück waren nur 100 der 1000 Bewohner durch Materialschäden betroffen, allerdings verloren sie dabei Haus und Hof. Wie durch ein Wunder passierte nicht mehr. “Selbst ein Ingenieurstudent im ersten Semester hätte die Planung nicht stümperhafter durchführen können”, meint der Direktor von Orsep.

Oftmals sind immense Geldsummen nötig, um die Werke instand zu halten oder sie zu reparieren. so zum Beispiel 50 Millionen $ für die Ausbesserung eines Risses in der Wand des Werkes El Chocón am Río Negro oder 30 Millionen $ für die Reparatur des Stauwerkes Paso de las Piedras in der Provinz Buenos Aires.

“Erst seit den siebziger Jahren werden die Kraftwerke nach den neuesten geotechnischen Erkenntnissen konzipiert und gebaut ” , sagt der Direktor. “Ich habe aber meine Bedenken was die Sicherheit der älteren Werke angeht. Erst ab 1950 hat man grosse Fortschritte mit der Konstruktion von Wasserkraftwerken gemacht”, fügt er hinzu. ” Heutzutage setzt man bei der Planung auch die grössten anzunehmenden Naturereignisse voraus (fallende Regenmenge, Sturm, Windgeschwindigkeiten usw.).”

Besonders die baulichen Zustände der verschiedenen Wasserkraftwerke sind völlig unterschiedlich. Einige sind in guter Verfassung, während sich andere wiederum in erbärmlichem Zustand befinden. Das Werk Portezuelo Grande am Río Neuquén ist in einem unakzeptabelen Zustand, so die Aussagen von Orsep.

Die weltweiten Sicherheitskonzepte wechseln als Folge der oben genannten Katastrophen. Heute versteht man, dass nicht nur technische Aspekte eine wichtige Rolle spielen, sondern auch der Faktor Mensch, die Organisation und die Verwaltung der Wasserkraftwerke.

“In den USA und Europa gibt es gewisse Gesetzesvorlagen zu deren Einhaltung man verpflichtet ist und genau diese fehlen in Argentinien“, schliesst der Direktor.


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