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Schlechtere Gesundheitsversorgung durch Mehrfacharbeit
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Geschrieben von Martin   
Mittwoch, 12. Dezember 2007
Hits: 351

Es ist wohl ein weltweites Phänomen, aber es geht auf Kosten der Gesundheit aller, die Rede ist von den Multijobs. Besonders hart trifft es derzeit die Ärzteschaft in Uruguay.

Es ist durchaus keine Seltenheit, dass Intensivmediziner und Notärzte bis zu fünf Jobs gleichzeitig ausüben. Da wird 24 Stunden in einem Hospital gearbeitet, bevor es am nächsten Tag weiter in die nächste Klinik geht, um anschliessend in einer weiteren den Dienst zu versehen und so weiter. Der Stress, der auf die Ärzte einwirkt ist gewaltig, und die Leidtragenden sind auch die Patienten, die in manchen Kliniken hohe Krankenversicherungsbeiträge zahlen und von Ärzten behandelt werden, die komplett ausgelaugt sind, was zu Fehlern führen kann. Den normalen acht bis zehn Stunden Arbeitstag gibt es nur für die wenigsten von ihnen.

Als Patient fühlt man sich alleingelassen, speziell als Ausländer. Ein kurzer Blick, ein dürftiges Gespräch, falls man dazu in der Lage ist ein Rezept - das wars.
Verwunderlich ist, dass einige Kliniken in Montevideo mit Beiträgen aufwarten, die fast europäischem Niveau entsprechen, aber ihre Angestellten wie Sklaven behandeln. Da muss man sich fragen, wo geht das ganze Geld eigentlich hin? Ist die Geräteschaft wirklich auf dem neusten Stand? (Was sie nicht ist). Einen grossen Fuhrpark gibt es auch nicht zu unterhalten, da fast alle Kliniken mit privaten Notdiensten zusammenarbeiten.
Sich also um die Preise Gedanken zu machen ist sinnvoll, denn zahlen sie einen höheren Beitrag, so heisst das noch lange nicht, dass sie einen besseren Arzt bekommen. Der gleiche Arzt arbeitet vielleicht in einem anderen Hospital für die Hälfte des Beitrages.
Empfehlungen kann man keine geben, jeder muss für sich selbst herausfinden, welche Klinik einem liegt. Die Erfahrungen der ansässigen Ausländer sind zu verschiedenartig. Auch wenn man sich mit den Einheimischen unterhält gehen die Meinungen über die Qualität der Krankenhäuser weit auseinander.
Am Rande bemerkt: Genauso verhält es sich mit den Lehrern und den Privatschulen. Ein Mathematiklehrer kann z. B in der “Deutschen Schule” einen Teilzeitjob haben, dort zahlen sie allerdings einen weitaus höheren Monatsbeitrag, als in einer nicht so bekannten Institution, wo der gleiche Lehrer zwei Stunden später unterrichtet.



Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 12. Dezember 2007 )
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