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Auswandern nach Uruguay

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ETA-Terroristen und Tupamaros arbeiteten zusammen

Geschrieben von Martin   
Erstellt: Freitag, 26. Oktober 2007
Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 5. März 2008

Was viele vermuteten, aber nur wenige wussten hat sich jetzt bestätigt. Hinter den tragischen Ausschreitungen vor dem Hospital Filtro im Jahre 1994 verbarg sich die ETA und die MLN der Tupamaros. (Auszug: El País)

Das bestätigte jetzt Jorge Zabalaza, Ex-Führer der Tupamaros, in seinem kürzlich erschienenen Buch. Er gibt darin an, dass die Tupamaros seinerzeit finanzielle und logistische Unterstützung von der ETA erhalten hatte, ein Jahrzehnt nach der Wiederherstellung der Demokratie in Uruguay.

Hintergrund waren die Ereignisse vom 24. Oktober 1994, bei denen eine grosse Menschenmenge die Auslieferung dreier ETA-Verdächtigen nach Spanien verhindern wollte.

Laut Zabalaza musste die MLN sich irgendwann solidarisch mit der ETA zeigen, die jahrelang den Tupamaros in “schwierigen Zeiten” Unterstützung gewährt hatte. Die Möglichkeit dazu ergab sich, als drei Basken mit Wohnsitz in Montevideo und Besitzer eines bekannten Restaurants in Pocitos, verhaftet wurden, um nach Spanien überstellt zu werden. Um sich der Auslieferung zu verweigern begannen die drei Basken einen Hungersteik. In verschiedenen einschlägigen Zeitungen und Zeitschriften wurden die drei Männer damals als Märtyrer präsentiert.

Als auf Anordnung des damaligen Richters ärztliche Hilfe im Hospital Filtro verordnet wurde, weil sich der Zeitpunkt der Auslieferung näherte, versammelte sich vor dem Hospital eine grosse Menschenmenge, unter anderen auch der jetzige Präsident Vázquez, der derzeitige Wirtschaftsminister Astori und der ehemalige General und Frente- Amplio Gründer Seregni.

In dem Buch schreibt Zabalaza, dass die Meute von dem panamerikanischen Radiosender (im Besitz der MLN) mobilisiert wurde. Die Führer der MLN fanden sich damals in einem Kombiwagen zusammen, um die weitere Vorgehensweise vor dem Hospital zu erörtern. Angeblich war ein Omnibus, randvoll gefüllt mit Molotowcocktails von der ETA bereitgestellt, und eine Bande radikaler Jugendlicher stand bereit zum losschlagen. Laut Zabalza war das der Zeitpunkt, die jahrelang antrainierte Kampfkraft der Aktivisten in die Feuertaufe zu schicken.

Als die Polizei die drei Verdächtigen aus dem Hospital führte, flogen Molotowcocktails auf die Kranken- und Polizeiwagen und man vernahm Schüsse.

Letztendlich schlug die Polizei den Aufruhr nieder. Es gab bei den Auseinandersetzungen einen Toten und viele Verletzte, darunter auch Polizeibeamte.

Seit damals schiebt die Linke alle Verantwortung auf die damalige Regierung unter dem Präsidenten Lacalle.

Jeden 24. August begehen die Radikalen einen Gedenktag und nutzen diesen , um die damaligen Autoritäten zu kritisieren und natürlich fehlt dabei nie die Aufforderung der ETA zum bewaffneten Kampf .

Aus den Daten die Zabalaza jetzt lieferte lassen sich die damaligen Geschehnisse rekonstruieren und es kam dabei heraus, dass die beiden Gruppen Eigentümer von einem Unternehmen waren und ein Hochseefischereiboot zu ihrem Besitz zählte.

In dem Buch von Adolfo Garcé mit dem Titel “Donde hubo fuego” wird erklärt, dass die Ereignisse von damals ein letzter, unglücklicher Versuch der Tupamaros war wieder in die alten Fussstapfen verganger Zeiten zu treten.

Allerdings bleibt der Zweifel, was wohl mit der MLN geschehen wäre, wenn es ihr gelungen wäre die Auslieferung der drei Basken zu verhindern.


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