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Überlebenskampf in Birma ist anders als in Lateinamerika
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Geschrieben von Martin   
Montag, 1. Oktober 2007
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Shu Ko hat etwas mehr Glück als viele seiner Landsleute. Er verdient 3 $ / Tag. Millionen Birmesen leben von viel weniger und können trotz grosser Ressourcen, die das Land hat, keine öffentlichen Dienstleistungen in Anspruch nehmen. (Auszug: Noticias del Mundo) Sakir An Ulai erkennt sofort das Schild und er bremst scharf, stellt seinen alten Mazda-Transporter ab, verschwindet um die Ecke und erscheint nach kurzer Zeit wieder mit einem Kanister voll Benzin. Seit das Benzin rationalisiert ist bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf dem Schwarzmarkt zu versorgen. Dort muss er allerdings den dreifachen Preis bezahlen, ca.40 Eurocent pro Liter. “Bei diesem Preis werden wir nicht lange durchhalten”, bedauert er.

Das war Anfang August und da wusste er noch nicht, dass die Regierung die Subventionen für Benzin einstellen würde. Danach verdoppelten sich die Preise für Benzin und die öffentlichen Verkehrsmittel, was dann die Proteste zur Folge hatte.

Der Wagen gehört ihm nicht, er leiht ihn sich tageweise. An guten Tagen bringt er 5 $ nach Hause, die er mit den 3 $, die seine Frau verdient zusammenlegt. Das ist weit mehr, als der Durchschnitt der Bevölkerung zur Verfügung hat. In Mandalay, der zweitwichtigsten Stadt des Landes, darf man aber nur eine Etage in einem halbfertigen Wohnblock mieten.

Die nackten Stahlträger schauen überall in den Himmel, ein gewohntes Bild in Birma. Die kürzlichen Überschwemmungen haben dann auch noch viele Wohnungen und Strassen mit sich gerissen.

Sein Bruder ist eines der Opfer, gemeinsam mit seiner Familie wohnte er in einer Hütte, die aus Wellblech, Kartons und Brettern zusammengehalten wurde, eine Behausung, die das Wasser mit sich fortriss. Die täglichen Mahlzeiten bestehen aus einer Rindsknochensuppe mit Reis.

Nicht weit von Mandalay erstrecken sich die grünen Reisfelder, die Aung Shu Ko zusammen mit vielen anderen Frauen für 2 $ / Tag bearbeitet. Sie fühlt sich bevorzugt, weil ihr achtjähriger Sohn in eine UNICEF - Schule gehen kann.

Ihr Haus besteht aus zwei Zimmern und einer Holzküche, die sich sieben Familienmitglieder teilen. “Die gallopierende Inflation trifft alle und die Preise steigen in den Himmel und uns zahlen sie nicht mehr”, beklagt sie sich. Die Situation hat zu einem Zerwürfnis mit ihrem Ehemann geführt, der Getreide mit seinem Ochsenkarren ausliefert. ”Er will, dass sein Sohn arbeitet, ich will, dass er weiter lernt”, bekennt sie. Aber irgendwo fühlt sie, dass sie sich der Realität stellen muss, und er wird wohl wie tausende seiner Kameraden zum Lebensunterhalt der Familie etwas beitragen müssen.”Wir spüren hier keine Guerillagewalt und das Heer hat hier auch nicht viel zu sagen, aber es wird immer schwieriger zu überleben”, meint sie.

Zaw Zaw hat da mehr Glück. Er geht jeden Tag zur Schule und muss nicht arbeiten und man kann ihm seine Uniform nicht wegnehmen - die orangene Mönchskutte - die den Namen der derzeitigen Revolution trägt.

Vor drei Monaten trat er in den Orden, in der Nähe von Yangon, ein. Hier wird nicht nur religiöser Unterricht erteilt, sondern die Mönche lehren auch Mathematik, Englisch und Geographie. Einige Klöster gehen sogar noch weiter und lehren politisches Bewusstsein, Begriffe wie Demokratie und Menschenrechte sind da zu höhren. Erzieherische Lücken, die der Staat nicht füllen will.

Normalerweise gehen die Männer Birmas mindestens einmal in ihrem Leben für eine Zeit in den Tempel, um die Verbundenheit von Bhuddismus mit der Gesellschaft zu erfahren. Jeden Morgen ziehen die Mönche aus, um Almosen zu erbetteln, die ihnen bereitwillig auch die Ärmsten zukommen lassen.

Der Mazdafahrer geht noch weiter. Er besucht wöchentlich das Kloster und betet für Gesundheit und Geld zum leben, und er hofft, dass er in seinem nächsten Leben in einem freien Land geboren werden wird.



Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 5. März 2008 )
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