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Gesundheitswesen und Krankenversicherungen in Uruguay |
| Geschrieben von Manfred Burger | |
| Erstellt: Sonntag, 9. August 2009 | |
| Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 18. November 2009 | |
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Die medizinische Versorgung in Uruguay ist auch gemessen an europäischen Standards sehr gut oder sogar besser. Montevideo gilt als die Stadt mit der größten Ärztedichte der Welt, und das scheint nicht übertrieben zu sein. Apotheken gibt es an fast jeder Ecke. Notarztwagen müssen innerhalb weniger Minuten am Einsatzort sein. Ähnliches gilt auch für das Landesinnere. In Uruguay werden auch schwierige Operationen gut und routinemäßig durchgeführt (z.B. Herzoperationen, Organtransplantationen). Die weltweit erste erfolgreiche Implantation eines Herzschrittmachers war am 3. Februar 1960 in Uruguay vorgenommen worden, in einer Klinik des CASMU (s.u.), und zwar von Dr. Orestes Fiandra und Dr. Roberto Rubio. Das öffentliche Gesundheitswesen ist kostenlos, aber es ist ratsam eine private Kranken- und Notfallversicherung abzuschließen. Das Krankenversicherungssystem ist ähnlich aufgebaut wie in Spanien: Man hat in der Regel keinen Hausarzt, sondern eine Krankenkasse (span. "Mutualista"), in der eine Reihe von Ärzten und Fachärzten arbeiten, unter denen man sich seine Favoriten aussuchen kann. Die Mutualistas verfügen auch über ihre eigenen Kliniken und Notdienste. Die Versorgung beinhaltet alles, was der Arzt anordnet, auch Klinikaufenthalte, Zahnreparaturen plus eine Notfallversicherung (der Krankenwagen muß innerhalb von 5 Minuten am Einsatzort sein). Mutualistas sind also keine Krankenkassen, wie man sie etwa in Deutschland kennt. Sie sind vielmehr medizinische Privatunternehmen, die ihre eigene medizinische Infrastruktur haben. Eine private Mutualista kostet pro Monat für einen Erwachsenen um die 45,- € (in Worten: fünfundvierzig), Notfallversicherung inklusive. Ältere Menschen bezahlen ein bischen mehr. (Ein Umzug nach Uruguay lohnt sich also rein finanziell schon wegen der Krankenversicherung.) Die Praxisgebühr beträgt ca. 5 €, die Rezeptgebühr in der Apotheke liegt bei maximal ebenfalls etwa 5 € pro Medikament. Was darüber hinaus geht, übernimmt die Kasse. Außerdem kann man hier viele Medikamente rezeptfrei erhalten, die in Europa rezeptpflichtig sind. Für bestimmte Behandlungen (z.B. Röntgen, Zahn ziehen etc.) fallen nach Tabelle jeweils eine bestimmte Anzahl von "Ordenes" an. Eine Auslandskrankenversicherung für 90 Tage gibt es für ca. 500 Pesos (ca. 16 Euro), bei einer kompletten Abdeckung bis 10.000 USD! Diese drei Monate kann man auch auf mehrere Reisen verteilen. Wer sich länger im Ausland aufhalten will, muß die Gebühr nochmal zahlen. (D.h. wer z.B. den Sommer in Deutschland verbringen will, muß deswegen nicht seine deutsche KV weiter bezahlen und ist trotzdem versichert.) Das öffentliche Gesundheitswesen ("Salud Pública") ist kostenlos, aber davon sollte man sich nach Möglichkeit fern halten, da die staatlichen Kliniken leider wegen Geldmangel schlecht ausgestattet sind und das medizinische Personal schlecht bezahlt wird, was eine entsprechend geringe Motivation zur Folge hat. Empfehlenswerte Mutualistas sind z.B.:
CASMU und die Asociación Española gibt es fast im ganzen Land, die übrigen sind vorwiegend bzw. ausschließlich in Montevideo vertreten. Im Landesinneren gibt es ortsansässige Mutualistas. Sie sollten sich auf jeden Fall gut informieren und Leistungs- / Preisvergleiche anstellen, bevor Sie irgendwo Mitglied werden. Die oben angegebenen Tarife sind Richtwerte, wobei es von Mutualista zu Mutualista Unterschiede gibt.
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