| Kahlschlag: In nur vier Jahren verlor Argentinien mehr als 1 Million ha an Waldbestand |
| Geschrieben von Martin | |
| Donnerstag, 30. August 2007 | |
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Die Zahlen erschienen nach den neuesten Untersuchungen des Umweltsekretariates, die zwischen den Jahren 2002 und 2006 im Norden und im Zentrum des Landes durchgeführt wurden. Beim letztenmal, als man die Untersuchungen in den Jahren 1998 bis 2002 durchführte, verschwanden jährlich 250 000 ha Waldbestand im gesamten Land. Jetzt sind es allein in den Provinzen Chaco, Cordóba, Salta, Formosa und Santiago de Estero 280 000 ha jährlich. Die Spitze führt Santiago de Estero an: 515 228 ha Wald verschwanden in nur vier Jahren, etwa 25 mal die Fläche von Buenos Aires, und jedes Jahr nimmt die Abholzung dabei um 50 % zu. In Salta, einer anderen stark von der Abholzung betroffenen Provinz, betrug der Waldverlust 414 934 ha. Hier liegt die Steigerungsrate bei mehr als dem doppelten, bezogen auf die Periode von 1998 und 2002. Allein in diesen beiden Provinzen liegt die Abholzungsquote über dem weltweiten Durchschnitt, inklusive den afrikanischen Ländern. Die Verantwortlichen werden sich der Situation immer mehr bewusst, besonders seit es zuverlässige Daten gibt. Heutzutage wird der Abholzungsprozess aus wirtschaftlichen Gründen erwägt, doch nach dieser Periode werden viele der betroffenen Regionen in einem desaströsen Zustand zurückbleiben. Die sozialen und umweltschädlichen Auswirkungen werden weitaus grösser sein als man derzeit annimmt, denn die Wälder sind wichtige Ökosysteme im Dienste der Umwelt und Gemeinschaft. Die Argumente der Provinzregierungen und Agrarsektoren, die für weitere Abholzungen plädieren, degradieren den Wert der Waldsysteme und wollen weitere Anbauflächen schaffen, die laut ihrer Meinung mehr Gewinne, Exporte, höhere Einkommen und mehr Dienstleistungen versprechen. Verantwortungsvolle Viehzucht findet sich nur selten, vielmehr wird man wohl mit der geplanten intensiveren Viehhaltung dem Abholzungsprozess nicht entgegentreten, sondern eher das Gegenteil wird der Fall sein. Zur Erweiterung des Sojaanbaus z. B., der die Gemüter spaltet, wird per Provinzgesetz der Waldabholzung freie Hand gegeben. Die Waldbestände geschützter Regionen werden versteigert und zum Zweck des Sojaanbaus abgeholzt. Diese Gebiete sind aber bei weitem keine nutzlose Erde, sondern wichtige Bestandteile des Ökosystems der Region. Der Regierungssenat studiert seit einem Jahr das Waldgesetz, um eventuelle Änderungen einzubringen, wird aber wohl bei dem Versuch einer Durchsetzung mit dem Widerstand der mächtigen Provinzgouverneure rechnen müssen.
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| Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 5. März 2008 ) |