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Auswandern nach Uruguay

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Letzte Nazijagd wird eröffnet, auch in Uruguay

Geschrieben von Martin   
Erstellt: Mittwoch, 28. November 2007
Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 5. März 2008

Das Zentrum Wiesenthal eröffnet die Operation „Letzte Chance“  in Uruguay und der Region, um die noch lebenden Naziverbrecher aus dem letzten Weltkrieg aufzuspüren. Laut Aussagen der Sprecher der Institution in Buenos Aires wird es wohl die letzte Möglichkeit sein, 62 Jahre nach der Beendigung des Krieges, noch überlebende Nazis zu finden und zu verurteilen. (Auszug: El País)

Das Zentrum Wiesenthal ist eine Einrichtung von Nazijägern, die u. a. Geld für Informationen, die zur Ergreifung noch flüchtiger Täter führt, zahlt. Die Operation „Letzte Chance“  wurde im Jahr 2002 in Litauen und Estland gestartet und danach auf andere Teile Europas ausgeweitet (Deutschland, Polen, Ungarn und Kroatien). Jetzt geht es nach Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay. In der europäischen Etappe kam es zu drei Verhaftungen und zwei Auslieferungsanträgen, 12 Fälle werden noch genauer untersucht.
Der Präsident des jüdischen Zentralrates in Uruguay, Israel Buszkaniec, erklärt, dass das Wiesenthalzentrum eine unabhängige Einrichtung sei, die nicht mit den ansässigen jüdischen Institutionen in Verbindung stehe. Der Zentralrat besitzt keine Informationen, dass sich derzeit ehemalige Naziverbrecher in Uruguay aufhalten, man wisse aber von Personen, die über einen längeren Zeitraum, vor allem in Colonia gelebt haben.
Efraim Zurof, der Präsident des Wiesenthalzentrums, verweist auf die Tatsache, dass die Lage sich gegenüber früheren Zeiten gewandelt habe, die Regierungen seien immer weniger bereit den Kriegsverbrechern Unterschlupf zu gewähren.
Simon Wiesenthal spürte 1960 in Argentinien Adolf Eichmann auf, der dann vom israelischen Geheimdienst Mossad entführt wurde und später in einem Showprozess zum Tode verurteilt wurde. Auch andere Nazigrössen wurden in Südamerika dingfest gemacht so u. a. Alois Brunner, rechte Hand von Eichmann, Martin Bormann, Walter Kutschmann, Josef Schwammberger, Eduard Roschmann, Wielfried von Owen, der Ajudant von Goebbels.
Heinrich Müller, der ehemalige GESTAPO-Chef lebte 30 Jahre unerkannt in Argentinien, und der gefürchtete Josef Mengele reiste über Jahre hinweg zwischen Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay hin und her.
Der Leiter des Wiesenthalzentrums erklärt weiterhin, dass der politische Wille der Mitte-links Regierungen in der Region fehle, die anstrengenden, komplexen Untersuchungen durchzuführen.
Die Jagd beinhaltet eine öffentliche Medienkampagne, wie auch die Überwachung von Telefonleitungen.


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